Endlich dämmerte der Morgen herauf. Ritter Gundar stieg aus seinem Lager und ging zum Burgfenster. Im Osten hob sich langsam die Sonne hinter den Bäumen hervor. Die Festung erwachte zum Leben: Im Hof schrieen die Knechte, die Mägde schleppten schwere Wassereimer zur Küche, die Pferde wieherten und stampften unruhig mit den Hufen auf den Boden, als wüssten sie, dass ihnen ein aufregender Tag bevorsteht. Ungeduldig rief Gundar seine Knappen, die vor seiner Tür schliefen und ihm nun beim Anziehen helfen sollten.

Der große Tag war gekommen. Heute sollte er gegen seinen Nachbarn Herald den Tjost austragen. Herald und er kämpften seit langem um die Gunst der gleichen Dame und der heutige Sieger sollte sie zur Frau bekommen. Die schöne Adele würde auf der Tribüne sitzen und den Kampf verfolgen.

Schließlich war es so weit. Der Turnierplatz war vorbereitet, der Gegner eingetroffen und die Gäste hatten Platz genommen. Die Sonne schien, aber es war nicht zu heiß: ein idealer Tag für einen Wettkampf.

Erwartungsvoll schritt Gundar in seiner schweren Rüstung zum Pferd, um es mit Hilfe der Knappen zu besteigen. Da sah er über die Zugbrücke einen Reiter herangaloppieren, der unmittelbar vor ihm hielt.

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Ritter Gundar und die Königstreue